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Schülerforschungszentrum Halle (Saale)

Zu sehen ist ein kleiner Saal mit Zuschauern.Zu sehen sind zwei Schüler des Christian-Wofl-Gymnasiums in einem Chemielabor.Zu sehen ist ein Schüler, der seine Arbeit in einem Labor präsentiert.

Beitrag im Wochenspiegel vom 18.04.2018

Mehr Raum für Experimente - neues Schülerforschungszentrum in Halle will erste Schritte in die Wissenschaft begleiten

Zu sehen sind vier Schüler, die im Chemielabor arbeiten.
Der 18-jährige Enrico Richter (re.) hat mit seinem Quadrocopter den Landeswettbewerb Jugend forscht gewonnen. Die Jüngeren - Eric, Tiberius und Jannik (v. li.) - waren dort auch dabei und können jetzt für ihre Projekte das neue Schülerforschungszentrum nutzen.
Foto: S. Richter Galerie (1 Bild)


Ab dem 22. Mai hat das SFZ drei mal in der Woche für alle SchülerInnen geöffnet. Halle (sr). Jugend forscht und Schüler experimentieren - zwei Wettbewerbe, mit denen der Nachwuchs an die Welt der Wissenschaft heran geführt werden soll. Ob und wie viele Schülerinnen und Schüler sich daran beteiligen, ist meist auch vom Engagement der Lehrerinnen und Lehrer abhängig, die die Mädchen und Jungen bei der Ideenfindung begleiten und ihnen helfen, das Projekt umzusetzen. Teams des halleschen Georg-Cantor- und des Christian-Wolff-Gymnasiums sind immer beim Regional-Ausscheid zu finden und fast immer auch beim Landeswettbewerb vertreten.
"Aber in den Schulen ist oft nicht genügend Platz, um an den Projekten arbeiten zu können", so Dr. Helmut Weddeler, ehemals Lehrer am Cantor-Gymnasium und jetzt im Ruhestand," und Zuhause fehlen meist die technischen Voraussetzungen".
Engagierte Lehrerinnen und Lehrer beider Gymnasien haben sich deshalb mit der Hilfe vieler Partner auf die Suche nach einer Alternative gemacht. Und zum Beispiel gesehen, dass die Stadt Havelberg - auch immer stark in den beiden Wettbewerben vertreten - ein Schülerinstitut dafür hat. "Das wollen wir auch haben", erklärte Prof. Elke Hartmann vom MLU-Zentrum für Ingenieurwissenschaften und bereits seit vielen Jahren bei der Saline-Akademie aktiv, um den Nachwuchs für die MINT-Berufe zu begeistern. Weil ein Antrag zur Finanzierung der Miete beim zuständigen Ministerium abgelehnt wurde, konnte man das ehemalige Schülerlabor auf dem Weinbergcampus nicht reaktivieren. Doch dann hat die Uni ihre Hilfe angeboten - zwei Labore und ein Büro stellt die MLU dem Nachwuchs kostenfrei zur Verfügung und aus der gerade umgebauten Weidenplan-Schule wurden die Möbel bereitgestellt, sodass in der vergangenen Woche das Schülerforschungszentrum, kurz SFZ, offiziell seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Ab dem 22. Mai sind dann die Mädchen und Jungen aller halleschen Schulen dort herzlich willkommen.
"Wir wollen vor allem Schülerinnen und Schüler gewinnen, die sich auch nach dem Unterricht im naturwissenschaftlichen Bereich engagieren möchten", erklärt Dr. Weddeler, der sich mit Gabriele Felke und Elke Riedl die Betreuung des Nachwuchses teilt und darum bittet, sich vor einem Besuch im SFZ per E-Mail bei ihm anzumelden. Angemeldet zur Besichtigung haben sich schon die 5. und 6. Klassen das Cantor-Gymnasiums, um zu sehen, wo sie sich zukünftig mit ihren "Schüler experimentieren"-Projekten beschäftigen werden. Sie haben ebenfalls das Ziel, so wie Enrico Richter aus der 12. Klasse, mit ihrer Schule einmal zum Bundesausscheid von "Jugend forscht" fahren zu dürfen. Enrico hatte zur offiziellen Eröffnung des SFZ seinen Quadrocopter mitgebracht, der mit wenig Rechenleistung hohe Ansprüche erfüllen kann. Das brachte ihm den ersten Platz im Land sowie zwei Sonderpreise ein. Die meiste Arbeit an seinem Projekt hat er in den eigenen vier Wänden realisiert. Dafür stehen seinen Nachfolgern jetzt zwei gut ausgerüstete Labore zur Verfügung mit viel Platz zum Experimentiern. "Und wir entlasten mit dem SFZ auch die Lehrer an den Schulen von der Betreuung der Forschungsprojekte", so Prof. Hartmann dazu.